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Atemgifte sind Stoffe, die überwiegend über die Atmung in den menschlichen Körper gelangen und dort schädigend wirken 1) Physikalische Eigenschaften von Atemgiften Nach ihrem Agregatzustand unterscheidet man feste und flüssige sowie gasförmige Atemgifte. Feste und flüssige Atemgifte sind Schwebstoffe. Sie kommen in der Luft in kleinsten Teilchen wie Staub, Nebel oder Aerosole vor. In ruhender Luft setzen sie sich allmählich ab. Gasförmige Atemgifte sind Gase und Dämpfe. Gase sind Stoffe, die bei einem Druck von 1013 mbar und einer Temperatur von 20° C in gasförmigen Zustand übergegangene Stoffe, deren Siedepunkt bei 1013 mbar über 20° C liegt. Atemgifte können schwerer oder leichter als Luft sein. Atemgifte die leichter als Luft sind, bilden im Freien hauptsächlich an der Austrittsstelle erhebliche Gefahren. Wenn der Abstand von der Austrittsstelle größer wird, läßt die Konzentration nach, weil sie sich wegen ihres geringen Gewichtes schnell in höhere Luftschichten verflüchtigen und damit ungefährlicher werden. In geschlossenen Räumen dagegen sind sie äußerst gefährlich. Die Gefährlichkeit kann aber durch Belüften der Räume herabgesetzt werden. Sind die Atemgifte schwerer als Luft, sammeln sie sich in tieferen Schichten und können dort hohe Konzentrationen bilden. Diese Atemgifte verhalten sich wie Flüssigkeiten. Sie fließen in tiefer gelegene Räume, füllen Senken, Bodenschächte und Gruben. Wenn Umluft hinzukommt, werden sie ungefährlicher und verflüchtigen sich. Warmes, trockenes Wetter beschleunigt diesen "Verdünnungsvorgang", während kaltes, trübes Wetter die Atemgifte über längere Zeit in gefährlicher Dichte hält. 2) Physiologische Eigenschaften von Atemgiften Atemgifte üben auf den menschlichen Körper unterschiedliche Wirkungen aus:
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Vergiftungserscheinungen nach dem Einatmen von Atemgiften können sein:
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Nach ihrer Giftwirkung werden die Atemgifte in 3 Gruppen eingeteilt. Atemgifte Gruppe 1 - Atemgift mit erstickender Wirkung Zu dieser Gruppe gehören alle Stoffe, die selbst nicht giftig sind, aber durch ihre Anwesenheit in hoher Konzentration den Luftsauerstoff verdrängen können. Bei diesen Atemgiften besteht die Gefahr, daß plötzlich und ohne vorheriges Bemerken Bewußtlosigkeit eintreten kann. Atemgifte dieser Gruppe sind: Stickstoff, Wasserstoff, Methan, Ethan, Helium, Neon, Argon, Krypton,Xenon. Atemgifte Gruppe 2 -Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung Diese Atemgifte wirken auf die Schleimhäute der Atemwege. Sie können außerdem Reizungen der Augen und der Haut hervorrufen. Alle Atemgifte dieser Gruppe sind wasserlöslich und werden in Verbindung mit Wasser zu einer Säure oder Lauge. Die in Wasser leicht löslichen Stoffe dieser Gruppe werden zu einem großen Teil schon in den oberen Atemwegen festgehalten. Schwerlösliche Stoffe bleiben nicht in den oberen Atemwegen hängen, sondern gelangen bis in die Lunge und werden dort erst gelöst. Sie verätzen dort die Lungenbläschen, so daß Blutflüssigkeit austreten kann. der Austritt von Gewebeflüssigkeit in der Lunge ist das Lungenödem. Diese Schädigung wird bei den schwerlöslichen Atemgiften erst nach einer längeren Zeit, der Latenzzeit , erkennbar. (Als Latenzzeit bezeichnet man die Zeitspanne zwischen der Aufnahme eines Atemgiftes und der ersten merkbaren Schädigung des menschlichen Körpers) Atemgifte dieser Gruppe sind: nitrose Gase, Chlor, Ammoniak,Phosgen,Säuredämpfe, Laugendämpfe, Formaldehyd, Schwefeldioxyd, Alkalische Stäube. Atemgifte Gruppe 3 -Atemgifte mit Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen Zur Atemgiftgruppe 3 gehören alle Atemgifte, die auf den Gastransport im Blut, auf die Zellatmung oder hauptsächlich auf die Nervenzellen eine Giftwirkung ausüben. Atemgifte dieser Gruppe sind: Kohlenmonoxyd, Blausäure, Lösungsmitteldämpfe, Kohlendioxyd, Quecksilberdämpfe, Blei, Brandrauch. |